Big-Band-Sound und mitreißende Klänge aus Namibia

„Jazz am Moll" begeisterte das Publikum / Viele Ehemalige und Solisten dabei / Mehrere Zugaben erklatscht

Von Helge Riffelt-Berneth (Mannheimer MORGEN Samstag, 15. Juni 2001)

Eigentlich wollte man sie gar nicht von der Bühne lassen, die Big Band des Moll-Gymnasiums. Bei der diesjährigen Auflage von „Jazz am Moll" zeigten sich die 20 jungen Musiker und Musikerinnen mit ihrem „Bandleader" Gerhard Meyer nicht nur in bester „Spiellaune", sondern auch noch verbessert und inspiriert durch einen Workshop beim großen Peter Herbolzheimer. Aber auch der Große Chor unter der Leitung von Jörg Wetzel trug seinen Teil zum Gelingen des Abends bei.
Die gut 60 jungen Sängerinnen und Sänger verbreiteten fröhliche Stimmung und gute Laune mit namibischen Liedern. Diese wurden anlässlich des diesjährigen Schulchortages einstudiert, der unter dem Thema „Afrikanische Musik" stand. Und schon das erste Stück begeisterte nicht nur mit mitreißendem Chorgesang, sondern auch durch die Sopranistin Ludmilla Kuzniecow (9d), die der Beschwörung "Bayeza" ihre besondere Note verlieh. Doch das Publikum im gut besuchten Musiksaal sollte nicht nur Musik konsumieren, sondern auch selbst mitmachen. Nach einer kleinen Einarbeitung mit Hilfe von Wetzel und den sichtlich amüsierten Tenören gelang den Zuhörern bei dem Stück„ Sipiri" dann eine so eindrucksvolle Mitwirkung, dass sich der Chorleiter zu dem Satz hinreißen ließ: „Klasse, ist ja wie in Namibia."

jazzkonzert2001

Damit war das Stück natürlich gelaufen und nur die konzentrierten Sänger auf der Bühne vermochten das Lied noch zu Ende zu singen. Allerdings sollte später eine Schülerin Elvis Presley in der berühmt-berüchtigten Live-Version von „Are You Lonesome Tonight" Konkurrenz machen, als der King das Lied wegen eines Lachanfalls nicht mehr beenden konnte. Man sieht also, die Stimmung war prächtig! "Why not", warum auch nicht? - fragte da die Big Band, als sie nach dem großen Applaus für ihre stimmgewaltigen Schulkameraden auf die Bühne kamen. Und ganz selbstverständlich ist auch, dass sich nicht nur ehemalige Schüler des Moll-Gymnasiums in der Big Band engagieren, sondern auch, dass Schüler anderer Schulen die Band unterstützen. Meyer begrüßte deshalb ganz besonders herzlich die Trompeterin Stefanie Klug vom LFG und den Posaunisten Steffen Angstmann vom KFG. Doch an diesem Abend zählten weder Schulzugehörigkeit noch Alter, wie Nina Zorn aus der 7c mit ihrer Posaune im Kreis der Oberstufler eindrucksvoll bewies. Was zählte, war allein die Freude an der Musik, und da besaß die Band von Swing bis Rock„ Power To Spare", Energie im Überfluss. Ein Schmankerl dieses Stückes war das „Duett", mit dem Tobias Nessel (Ehemaliger, Drums) und Patrick Pilarski (12, Bass) das Lied prägten.
Miriam Bobrek und Yolanda Diefenbach (beide 11d und Altsaxofon), Julia Banholzer (13, Tenorsaxophon), Stefanie Klug, Carsten Starck (Baritonsaxofon) und Trompeter Tim Walter, wie Starck ein Ehemaliger, waren die weiteren Solisten, die den Titeln ihren Stempel aufdrückten. Und dass die Big Band auch Gefühl für ihre Musik besitzt, zeigte "Lobe Is Here To Stay'', eine ganz langsame Ballade, die Julia Banholzer als Solistin gestaltete. Doch wer geglaubt hatte, ein "Mampf al dente" eigne sich als Finale, sah sich getäuscht. Das Herbolzheimer-Stück mit seinem südamerikanischen Feuer machte erst recht Lust auf mehr, und so„ mussten" noch zwei Zugaben her, bevor die Zuhörer die Big Band unter tosendem Applaus verabschiedeten.

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