Uhren proben den Aufstand

Musical „Ausgetickt?! – Die Stunde der Uhren“ im Moll-Gymnasium uraufgeführt

„Sekunden zerhacken, Minuten zerknacken“ ist das Los der Uhren. Foto: Meixner

Wecker, Armbanduhr, Taucheruhr, Eier-, Kuckucks-, Sanduhr, Taschen-, Küchen-, Standuhr – sie alle sind von der gnadenlosen Superuhr verdonnert, im Takt zu marschieren. Die ersten, denen diese Arbeit auf den Wecker geht, sind Bobby, der Aufziehwecker und Elvis, der Radiowecker. Sie verweigern die Arbeit und fliehen. Verfolgt von der Superuhr, kommen sie zunächst bei der alten Sonnenuhr unter. Andere Uhren scheren ebenfalls aus, und auch Rita Rolex, eine verkleidete Armbanduhr, beteiligt sich an dem Aufstand, indem sie als Spionin die versteckte Spieluhr sucht, die „die Zeit in Melodien misst“ und sich nicht dem Diktat der neuen Zeit beugt. Wenn dann noch eine alte Armbanduhr aus Liebe zu einer Taucheruhr nicht mehr richtig tickt, weil „Liebe im Getriebe“ ist und Öli und Schrauber auch den Dienst versagen, ist der Umsturz per­fekt, die Superuhr entmachtet, und die Uhren haben endlich für sich Zeit.

Diese Geschichte aus dem Uhrenland ist Gegenstand der neuen Musical-Produktion des Moll-Gymnasiums „Ausgetickt?! –Die Stunde der Uhren“, die an drei Abenden im großen Musiksaal der Schule uraufgeführt wurde. Das Besondere daran ist, dass diese Produktion eine außerordentliche Gemeinschaftsleistung darstellt, denn Texte und Musik des ebenso anspruchsvollen wie bezaubernden Stücks wurden von den Musikprofilklassen 6a und 6d zusammen mit den Mu­siklehrern Gerhard Meyer und Gerhard Weiler geschrieben, Regie führte Gerhard Weiler, assistiert von Musiklehrerin Vivian Vogel; für die wunder­bare Choreografie zeichnete Margret Forche, Leiterin des gleichnamigen Neckarauer Ballettstudios, verantwortlich, und Dieter Scheithe, Leiter des Chors MaKaTo, besorgte die Stimmbildung der jungen Gesangssolisten. Seit Beginn des Schuljahres wurde geprobt, unterstützt von einer hochkarätigen Ehemaligen-Band um Manuel Jandl.

Das Ergebnis ist ein Musical, das weit über das Niveau einer Schüleraufführung hinaus geht, denn im Uhrenland stimmte wirklich alles: Die Kostüme, von Erna Ohlinger und vielen Eltern hergestellt, waren eine wahre Augenweide, die jungen Akteure tanzten (ein Höhepunkt: der Tanz der Spieluhr) und sangen meisterlich; die Regie gestaltete das Stück spannend bis zum Schluss, aber auch Witz und Situationskomik sowie ein bisschen Herz-Schmerz fehlten nicht.

Der Tradition folgend, dass die Klassen des Vorjahres das neue Programm einleiten, trat im Vorprogramm der Chor der Musikprofilklasse 7d mit zwei gefühlvollen Songs auf, begleitet von Blechbläsern und Rhythmusinstrumenten.

Das Musical „Ausgetickt?! – Die Stunde der Uhren“ ist demnächst auch als CD erhältlich.

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