Am Montag, 21.09.2009, starteten 21 Schülerinnen und Schüler der 13. Klasse des Moll-Gymnasiums und 2 Begleitlehrerinnen, Frau Ernst und Frau Thanbichler, zur Studienfahrt in die Provence.Die Fahrt verlief in entspannter Atmosphäre, trotz der langen Dauer, da wir erst carte-provence-avignongegen 19.30 Uhr in Avignon ankamen. Nachdem die Zimmer im Gästehaus 'Centre YMCA' verteilt waren, machten wir die erste Bekanntschaft mit der Küche des Gästehauses, die alles andere als 'haute cuisine' bot.

Am folgenden Tag war eine Stadtführung in Avignon vorgesehen unter der Leitung einer professionellen Stadtführerin. Wir trafen uns vor dem 'Palais des papes', dem Papstpalast, der von 1309 - 1376 Sitz der Päpste war, da es in Rom zu chaotischen Geschlechterkämpfen gekommen war, die es den Päpsten unmöglich machten, dort zu residieren und andererseits der französische König auch ein ganz vitales Interesse daran hatte,das Papsttum unter seine Kontrolle zu bringen. Danach besichtigten wir noch die Cathédrale und den dahinter liegenden Park, die 'Rochers des Doms', die einen wunderschönen Blick auf die Stadt und die Umgebung bieten. Von hier aus konnten wir auch die berühmte 'Pont St. Bénézet' bestaunen, die im bekannten Lied: "Sur le pont d'Avignon" verewigt ist.

Am Nachmittag dieses Tages fuhren wir auch noch nach Châteauneuf-du-Pape, wo wir eine Chocolaterie besichtigten und in einem der bekannten Caves uns über das Weinbaugebiet und die berühmten Weine der Gegend informieren.

Am nächsten Tag, Mittwoch, 23.09.09, fuhren wir zu dem ehemaligen römischen Aquädukt, dem Pont du Gard, der zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.Ein Guide erklärte uns alles Wissenswerte über dieses einmalige Bauwerk. Es war ein sehr heißer Tag, so dass einige der Versuchung nicht widerstehen konnten, sich in die Fluten des Gard zu stürzen und bis zu den steilen Klippen am anderen Ufer zu schwimmen.Dies war so nicht im Programm vorgesehen, da wir an diesem Tag noch die Stadt Nîmes und die Besichtigung des dortigen Amphitheaters auf unserem Programm stehen hatten.Die Besichtigung des sehr gut erhaltenen Amphitheaters war für alle interessant, aber wegen der Hitze doch auch sehr anstrengend. So verlief die Rückfahrt relativ ruhig.

Am nächsten Tag brachen wir schon recht früh auf, da wir an diesem Donnerstag, 24.09.09, zwei Ziele hatten: die Stadt Arles und Saintes-Maries-de-la-mer am Mittelmeer. In Arles, der Stadt des Malers Van Gogh, besichtigten wir einige antike Baudenkmäler, z. B. das Théâtre antique, die Arènes oder auch die Crytoportique,eine unterirdische Säulenhalle aus dem 1. Jhdt.v. Chr., die sich einst unter dem römischen Forum befand.

Weiter ging es dann durch die Camargue nach Saintes-Maries-de-la-mer, wo wir die berühmte Cathédrale besichtigen wollten. Während der Busfahrt dorthin, hörten wir zur Einstimmung einige Referate über die Camargue oder auch über die Poesie der Sinti und Roma. Wir hielten dies bei allen Besichtigungstouren so, dass die Referate über unser Zielgebiet im Bus während der Zielanfahrt über das Busmikrophon gehalten wurden. Jede(r) Schüler/in hatte als Vorbereitung auf die Studienfahrt alleine oder gemeinsam mit anderen eine Thematik zu unseren Zielen erarbeitet, die dann vor der Besichtigung referiert wurde, so dass wir im Wesentlichen schon etwas Vorkenntnisse hatten.

Den Rest dieses Nachmittags verbrachten dann die meisten am sonnigen Strand und im noch recht warmen Meer.

Am Freitag stand dann unsere letzte Tour an, die nicht für alle verpflichtend war, da einige allmählich streikten angesichts der großen Anzahl der Besichtigungen. Ein harter Kern aber machte sich auf nach St. Rémy und anschließend nach Les Baux.

St. Rémy ist bekannt als die Stadt des Nostradamus und hier verbrachte Vincent van Gogh die letzte Zeit vor seinem Tod in einer Heilanstalt. Diese Zeit zählt zu den bedeutendsten Schaffensperioden des Künstlers, da hier in kurzer Zeit viele seiner ganz berühmten Werke entstanden sind.

Die Stadt hat einen speziellen kleinen Wanderweg zu Ehren dieses Künstlers angelegt, der am Wegrand viele Reproduktionen seiner hier entstandenen Bilder mit umfangreichen Kommentaren darstellt.

Den Abschluss bildete an diesem Tag die Besichtigung von Les Baux, einem hoch oben in den Felsen gelegenen kleinen Ort, der mittlerweile fast ein reiner Touristenort geworden ist. Die Felsen von Les Baux waren seit prähistorischer Zeit besiedelt, die heute noch erhaltenen Gebäude stammen überwiegend aus dem 14. - 17. Jdt. In der Kirche wird jedes Jahr an Weihnachten das Fête des bergers, Hirtenfest, gefeiert, bei dem Hirten aus der gesamten Umgebung in malerischer Tracht zusammenkommen und dem Christkind ein Lamm überreichen.

Zum Abschluss trafen wir uns an diesem Abend noch zu einem von uns improvisierten kleinen Abschiedsbuffet mit französischem Käse, Früchten und anderen Produkten der Provence.

Am nächsten Morgen hieß es dann Abschied nehmen und sich auf eine lange Busfahrt einzustimmen.

Nach einigen Umleitungen, da es zu einem schweren Unfall auf der Autobahn gekommen war, landeten wir dann spät abends wieder in Mannheim.

Alle hatten die Tour unbeschadet und an Erfahrungen reicher überstanden, seien es nun kulturelle oder aber auch nur ganz banale Erfahrungen, die das Zusammenleben in einer Gemeinschaft so mit sich bringt.

Wir, die Begleitlehrerinnen, waren auf alle Fälle froh darüber, dass die Studienfahrt insgesamt harmonisch verlaufen war und haben deshalb, obwohl das nicht ganz so vorgesehen war, nun auch diesen Abschlussbericht in Eigenregie abgefasst.

Erika Thanbichler

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