Frankreich und andere Katastrophen

  • 19.09.2010carte-provence-avignon

Ab ins Kloster

Es ist früh am Morgen(6.00Uhr), der Bus kämpft sich über die Straße. Darin teilt sich die Meute in zwei Lager: Die müde Crew auf den hinteren Plätzen, schlafend und schnarchend. Vorne, begleitet von Partymusik, eine kleine Runde, die Karten spielend ihre Müdigkeit bekämpft. Der 12-Stunden Marathon wird immer wieder von kleinen Raststättenpausen unterbrochen und der Bus von der müden Last befreit. Es geht gen Süden, das Meer kommt näher...

...Wir sind da! Das Kloster teilen wir uns mit Schülern eines französischen Jungeninternats (ca. 16 Jahre alt, den Anblick eines Mädchens nicht gewöhnt) und etwas älteren französischen Berufsschülern mit einem Hang zu Gitarren und anderen Genüssen. Die Mädchen quetschen sich in ihre kleinen Zimmer, die Jungs machen es sich bequem, sie haben genug Platz. Die Wände sind dünn, wie Papier, man braucht das Zimmer nicht zu verlassen, um mit jemandem nebenan zu reden. Der Hunger führt die Truppe wieder zusammen. Das Abendessen lässt nicht lange auf sich warten, der erhoffte Wein ist auch da. Danach verfallen die Provence-Pilger nacheinander den Rufen ihrer Betten.

  • 20.09.2010

Den Römern auf der Spur

Nach einem gewöhnungsbedürftigen Frühstück zu einer gewöhnungsbedürftigen Uhrzeit geht’s zurück in den Bus. Das Ziel heißt Uzes, eine Stadt, die es zu entdecken gilt. Nach einer Einführung in die historischen Einzelheiten teilt man sich wieder in Gruppen auf. Die Stadt ist eigentlich ein Dorf, ein sehr verschlafenes noch dazu, aber schön.

Genug Franzosen erschreckt, die Tour geht weiter Richtung Pont du Gard. Das Wetter ist endlich sommerlich, doch wo ist der Fluss zum Reinspringen? Den Fluss fanden wir unter den riesigen Bögen des Pont du Gard, sowie ein paar Kollegen, die nach der Meinung unseres Lehrers aus dem Ostblock kommen? Aber nein, wir haben ja keine Badesachen dabei...Also müssen wir laufen, einmal durch den Kanal, der vom Pont du Gard über das Gardon-Becken gehoben wird. Wieder in der Herberge angekommen, sammeln sich die Jungs der Reisegruppe um die ansässigen Internatsschüler im Fußball zu schlagen. Mit der scheinheiligen Ausrede, sie müssten jetzt essen gehen, flüchten sie sich vor Ingo, dem Fußball-Germanen. Wir lassen den Abend mit einer großen Kartenspielrunde ausklingen.

  • 21.09.2010

Die Odysee von Avignon nach Arles

An das Frühstück haben wir uns gewöhnt, aber die Uhrzeit macht uns immer noch zu schaffen. Heute wollen wir weitere Städte ‚erobern‘. Zuerst fährt der Partybus vor die Mauern Avignons, dort hat der Papst freundlicherweise seinen Palast für uns geräumt. Avignon selbst ist eine typisch französische Kleinstadt mit historischem Stadtkern. Wieder erkunden wir die Straßen in kleinen Gruppen, eine große Gruppe Deutscher hätte die Einwohner wohl auch zu nervös gemacht.

Wir lassen Avignon nach dem Mittagessen hinter uns um Arles zu suchen....ääh, zu finden. Nach einem Exkurs zu einer ehemaligen Drachenhöhle (der Drache floh vor den deutschen Touristen, sie waren im nicht geheuer) und Quelle, dauerte es doch noch eine ganze Weile, bis wir vor dem Amphitheater des Örtchens Arles stehen. Das Abendessen vergeht in gefräßiger Stille, danach sitzen wir wieder zusammen in unserem Aufenthaltsraum.

  • 22.09.2010

Anton legt los

Erneut heften sich von Müdigkeit entstellte Gesichter an die Cafe Ole Schalen, es ist zu früh. Aber das Wetter ist super und die Sehnsucht nach dem Meer blitzt aus den müden Augen. Abfahrt, gute Stimmung, Musik! Zunächst geht es nach Uzès auf den Markt. Man kauft Honig, Lawendel, Postkarten, Wein, das Kaninchenfleisch aber nicht. Eine Ewigkeit später kommen wir am Pont de Gau (Vogelpark im tiefsten Moor) an. Die herzliche Begrüßung durch ca. 300 Mio. Schnaken lässt uns ‚erblassen‘. Eine kurze Stunde Sumpfwanderung, dann geht die Fahrt weiter.

Alle warten...und warten...und warten...und dann ist es soweit: Ein gemütliches kleines Dorf AM MEER! Also ab an den Strand, umziehen und rein ins Wasser. Aber was ist da denn los, nur Jungs im Wasser??? Kein weiterer Kommentar zu dieser schwachen Leistung der weiblichen Abteilung. Schließlich schaffen es einige, darunter auch Frau Krais, doch noch ins Wasser (so kalt war’s garnich). Viel zu schnell vergeht die Zeit am Strand, dann müssen wir wieder los. Ein Abstecher in die Stierkampfarena, dann finden wir uns im Bus ein. Plötzlich geschieht das undenkbare: Branko legt sämtliche Ballermannhits auf! Der Partybus grölt die verängstigten Renault-Fahrer vor sich her, ganz vorne mit dabei der völlig losgelöste Herr Liebgott, der Cowboy und Indianer spielen will?! Sieben Sünden, ein Stern und unzählige gesangliche Meisterleistungen später sind wir zurück in unserem wohl gesitteten Kloster. PARTY!...

  • 23.09.2010

Am  Abgrund

Heute brechen wir zur letzten Exkursion auf. Der Weg führt uns über holprige Straßen bis zu den Ursprüngen menschlicher Kultur. Diese hätten wir in Form von Höhlenmalereien auch gerne gesehen, doch stattdessen erwartete uns ein nicht enden wollender Vortrag über Urmenschen, die Höhle ist nicht nur für Touristen, sonder sogar für UNS gesperrt! Von dem knapp zwei Stunden andauernden Vortrag hoch motiviert begeben wir uns in das Örtchen Vallon Pont d‘Arc. Alle haben gegessen, genug Franzosen sind empört, wir können also weiter! Branko rauscht die Berge hinauf, vorbei an tiefen Tälern, durch die sich die Ardèche schlängelt. Da plötzlich kommt der Pont d’Arc in Sicht, eine natürliche Felsenbrücke über den Fluss, das Blitzlicht der Fotos lässt so manchen erblinden. Die nächste Station ist ein weiteres kleines Dörfchen an der Ardèche, hier laden uns unsere Lehrer zu einer traditionell französischen Spezialität ein. Es wird spät, also fahren wir zurück zum Abendessen. Aber jetzt geht’s erst richtig los. In Uzès wird zunächst die Stimmung angeheizt, dann wird die Party zurück ins Kloster verlegt. HOCH DIE TASSEN!

  • 24.09.2010

Haribo Rodeo

Der letzte Tag…heute steht nicht so viel Programm auf dem Plan, wie sonst. Zunächst überfallen wir das Haribo-Museum. Die technischen Einzelheiten der Gummibärchen sind ja höchst interessant, aber wo sind denn jetzt die GUMMIBÄRCHEN!!! Nachdem wir genug geplündert haben, löst sich die Truppe wieder auf, wir haben Freizeit. Das Wetter meint es heute nicht so gut mit uns, es regnet, aber das macht uns den letzten Tag auch nicht kaputt. Noch einmal genießen wir die Ruhe und Gemütlichkeit von Uzès. Jetzt müssen wir aber los, am Abend richtet man sich im Bus ein, mit Schlafsack, Kopfkissen und Fluch der Karibik 3. Für die Meisten sollte es eine erholsame Nacht mit viel Schlaf werden, leider nur für die Meisten.

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UND NUN DAS FAZIT

Was haben wir gelernt in dieser Woche:

1:            Gib deinem Lehrer im Bus NIE das Mikro.

2:            Nimm immer eine Badehose und ein Handtuch mit.

3:            Gehe nur mit ausreichender Schutzkleidung in einen Schnakensumpf.

4:            Atme auf Gemeinschaftstoiletten NIE durch die Nase.

5:            Erwarte, denke und hoffe nicht, dass ein Franzose etwas anderes, als französisch spricht

6:            Gehe als Mädchen nicht alleine durch ein Jungen-Internat.

7:            Versuche nicht, den Franzosen zu verstehen…er ist halt so.

8:            Egal, wie hirnlos Liedertexte sind, gröl einfach mit.

9:            Lass den Busfahrer mal machen…

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