sorrentBereits am Samstag, den 17.9.2011, früher als alle anderen Studienfahrten, trafen sich 26 aufgeregte Schüler und Schülerinnen zusammen mit ihren beiden Lehrkräften Frau Zeller und Frau Wohlgemuth zur Abfahrt. In Erwartung einer sehr langen Busfahrt waren wir zumeist mit Jogginghose bekleidet und mit Kissen und liebevoll gepackten Fresspaketen ausgestattet. Nachdem Gepäck und Schüler in den Bus verstaut waren und wir einige Kilometer hinter uns gebracht hatten, erreichte uns die erste Hiobsbotschaft kurz vor Freiburg: eine Vollsperrung der Autobahn. Von da an verlief die Reise zwar sehr zäh und mit unendlich vielen Pausen, aber dank unseres tollen Busfahrers Touran ohne weitere Zwischenfälle. Gegen Mittag erreichten wir unsere Ferienanlage in Piano di Sorrento. Nachdem wir die Bungalows bezogen hatten und uns mit der Anlage, samt Pool und Meerblick, vertraut gemacht hatten, ging es los zu einer kurzen Stadttour durch Sorrent. Wir waren begeistert von den warmen Temperaturen, dem mediterranen Flair und unserem ersten italienischem Eis. Kurzum – wir waren in Italien angekommen und genossen la dolce vita. Da wir wussten, dass wir am nächsten Tag zur Besichtigung Neapels früh raus mussten, ließen wir den Abend gemütlich auf den Terrassen unserer Bungalows ausklingen.

Zusammen mit unserem neapolitanischen Stadtführer Nicola erkundeten wir die Großstadt am Golf von Neapel. Trotz anfangs leichten Regens zeigte uns der typische Italiener Sehenswürdigkeiten der Stadt: Wir besichtigten ein wunderschönes Kloster, historische Kirchen und die für ihre Holzkrippen bekannte Via San Gregorio Armeno. Wir hatten Glück an einem ganz besonderem Tag vor Ort zu sein. Es war der Tag des Schutzheiligen der Stadt. Im Dom des San Gennaro fand das Blutwunder statt, das als Prophezeiung für das kommende Jahr gilt. Es sagte ein tolles kommendes Jahr voraus, was wir als gutes Zeichen für unser Abitur interpretierten. Im Anschluss ging es noch in das Nationalmuseum von Neapel, in dem nicht nur das bekannte Orpheus-Relief, sondern auch die Sonderausstellung über die körperliche Liebe unser Interesse genoss. Nach diesem anstrengenden Tag entspannten wir uns im Pool und freuten uns auf unser allabendliches, typisch italienisches Abendessen- Pasta Napoli.

Die Vorfreude auf den nächsten Tag war groß, denn es stand uns ein weiteres Highlight bevor. Die alte, von dem Vesuv-Ausbruch in Asche gelegte Stadt Pompeji wurde dank der vielen Schülerreferate wieder lebendig. Noch beeindruckt von den Überresten aus der Antike, ereilte uns die zweite Hiobsbotschaft: Die Vesuv-Besteigung, auf die wir uns so gefreut hatten, konnte, da unser Bus zu groß und für das Gelände ungeeignet war, nicht stattfinden. Unsere anfängliche Enttäuschung wich, als wir erfuhren, dass wir den Nachmittag zu freien Verfügung hatten, und daraufhin wurde der Pool von der gesamten Truppe in Beschlag genommen.

Am Mittwoch kamen wir nach zweieinhalb Stunden Fahrt, die viele nutzten, um ihr Schlafdefizit der letzten Nacht auszugleichen, in Paestum an. Beeindruckt von den alten Tempelanlagen lauschten wir weiteren Referaten und entschlossen uns an diesem ehrwürdigen Ort unser offizielles Gruppenfoto zu machen. Dank Jonas, der sich mit der neusten Fotobearbeitungstechnik auskennt, entstand ein geniales Bild, auf dem wir alle, einschließlich Touran, vertreten waren. Anschließend besuchten wir noch das archäologische Museum von Paestum, das neben dem bekannten Grab des Tauchers auch andere Fundstücke aus römischer Zeit zu bieten hatte. Auf dem Rückweg statteten wir uns mit der echten Mozzarella di Bufala aus. Der geplante Pizzaabend konnte zu unserer Enttäuschung leider nicht stattfinden.

Um unser nächstes Ausflugsziel zu erreichen, mussten wir das Festland verlassen und fuhren per Boot zur Insel Capri. Mit der Funiculare konnten wir uns zwar den Weg zum höher gelegenem Stadtkern ersparen, mussten aber trotzdem, um zur Villa Iovis, zu gelangen einen beträchtlichen Aufstieg in der morgendlichen Hitze in Kauf nehmen. Oben angelangt boten sich uns ein noch spektakulärer Ausblick und die Ruinen des einstigen Herrschaftssitzes des Kaisers Tiberius. In Capri hatten wir dann genügend Zeit, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden und uns ein gemütliches Plätzchen für das Mittagessen zu suchen. Mit dem Boot ging es dann auch wieder zurück, und nachdem wir uns in Sorrent mit Obst, Süßigkeiten und allem, was das Herz begehrte, ausgestattet hatten, reichte die Zeit immer noch für eine kleine Runde Volleyball im Pool. Den letzten Abend verbrachten wir wieder gemeinsam auf den Terrassen und genossen zum letzten Mal bei milden Temperaturen das Beisammensein einer mittlerweile eng zusammengewachsenen Gruppe.

Morgens früh um 7 Uhr ging es, die Koffer gepackt und den Bungalow geputzt, das letzte Mal zum Frühstück. Auch wenn es der letzte Tag sein sollte, war die Stimmung nicht getrübt, sondern mit Ausblick auf die nun doch stattfindende Vesuv-Besteigung, freudig erregt. Wir fuhren also wieder Richtung Pompeji, stiegen dort aber in einen kleineren Bus um und fuhren auf den Vesuv. Da aber auch dieser Bus uns nicht bis an den Kraterrand bringen konnte, mussten die letzten Meter zu Fuß bewältigt werden. An der Spitze des Vesuvs angelangt lauschten wir zum letzten Mal Referaten, begutachteten den Krater von allen Seiten und machten uns dann wieder an den Abstieg. Vollzählig stiegen wir in unseren Bus, in dem wir uns mittlerweile schon heimisch fühlten, und machten uns auf die Heimreise. Während eines Zwischenstopps in Rom, bei dem wir unseren zweiten Busfahrer abholten, schnupperten wir zum letzten Mal italienische Luft und sagten dann Ciao Italia.

Zum Schluss danken wir nun noch unseren engagierten und gut-organisierten Lehrerinnen, dem liebenswürdigem & loyalen Busfahrer Touran und der ganzen Truppe für eine tolle, erfahrungsreiche Studienfahrt.

Eva Haberzettel, Lisa Wolf

studienfahrten.htm_cmp_ice110_hbtn
   
Auto-Detect | Mobile Version | Desktop Version
© Moll-Gymnasium Mannheim