Götter tummeln sich wieder im Sonnensystem

Von unserem Mitarbeiter Jan-Hendric Bahls

Auf eine Reise durch unser Sonnensystem nahmen die Schüler des Moll-Gymnasiums ihr Publikum im Rahmen der alljährlichen Musicalaufführung mit. Dabei fand sich eine fantasievolle Antwort auf die Frage nach den Ursprüngen allen Lebens. Tango und Blues stachen hier physikalische Hypothesen aus, und wenn der Besucher genau hinhörte, vernahm er, dass sich die Erde im Reggae um eigene Achse dreht.

Leben im AllIn jedem Schuljahr studiere der Nachwuchs eigentlich ein völlig neues Musical ein. Das "Leben im All" sei jetzt aber bereits zum zweiten Mal auf die Bühne gebracht worden. Schon 1999 hatte Komponist Gerhard A. Meyer das von ihm verfasste Stück mit großem Erfolg am Moll inszeniert. "Damals bin ich gerade an die Schule gekommen", erinnerte sich Ursula Hummel. Druck habe sie sich deswegen nicht gemacht, auch wenn Meyer sich die Neuaufführungen nicht entgehen lassen wollte und selbst unter den Besuchern weilte.

Überhaupt zeigte sich das Planetenmodell sehr musikalisch. Fast ganze zwölf Monate lang hatten sich die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung von Ursula Hummel auf das Großereignis vorbereitet. "Aus den zwei fünften Klassen ist ein tolles Team der sechsten Klassenstufe geworden", freute sich die Musiklehrerin: "Bis alles so weit stand, hat es aber ganz schön gedauert."

Begehrte Rollen

Das Interesse unter den Schülern sei im Vorfeld der Proben sehr groß gewesen, sich eine der begehrten Rollen zu schnappen. Probleme entstünden deswegen aber nicht. Beim traditionellen Landheimaufenthalt habe sich die feste Besetzung herauskristallisiert. "Die Mädchen und Jungen haben selbst herausgefunden, zu wem welcher Planet oder welche Sternschnuppe am besten passt", berichtet Hummel. Wenn es dann doch mal mehr Bewerber als Möglichkeiten gab, "haben wir uns trotzdem einigen können", betonte die Pädagogin.

So schwebte der Pluto gleich in dreifacher Besetzung (Viktoria Miceli, Sarah Reinecke, Carla Münch) über die Bühne. Bei insgesamt vier Aufführungen machte bei anderen Rollen zudem eine Doppelbesetzung Sinn. 15 Lieder in ganz unterschiedlichen Temperamenten boten viel Raum für alle Darsteller, sich gesanglich zu beweisen.

Das Schwarze Loch gezähmt

Einmalig war nicht nur das Schwarze Loch (Sara Tari), das sich zu Beginn noch recht gefräßig zeigte, am Schluss aber pädagogisch sinnvoll ins harmonische Ganze des Sternenensembles überging. Dynamisch gewitzt fegte der Komet XXL (Theresa Volckmann) über die Rampe, stets belächelt vom Sternenchor.

Der musikalische Leiter Wolfram Sauer vertraute nicht nur auf Kollegen und ältere Schüler, sondern griff durchaus auf jüngste Talente unter den Schülern des musikalischen Gymnasiums zurück. So meisterte Drummer Titus Mahlberg (6e) seinen Auftritt mehr als souverän.

Im Technikbereich hatten sich ebenfalls einige seiner Mitschüler aus der sechsten Klassenstufe auf die verschiedensten Aufgaben verteilt. "Wir können uns glücklich schätzen, eine enorme Unterstützung aus den Reihen der Eltern zu erhalten", freute sich Ursula Hummel. Vor allem bei den Kostümen und in der Requisite waren geschickte Hände gefragt. Beim Getränke- und Snackverkauf hatten sich ebenfalls Mütter und Väter integriert.

Ob der Mars sich seinen Schokoriegel an einem der Stände gesichert hatte, war nicht herauszubekommen, aber Alexander Schmidt hatte jedenfalls die entsprechende Adaption des Süßigkeitsriegels in seine Darstellung des Nachbarplaneten kreativ mit eingebunden. "Die Aufführung ist geglückt", zeigte sich Hummel nach der Premiere zufrieden. Die Schüler hätten nicht nur künstlerisch, sondern auch in ihrem sozialen Verständnis des Gemeinschaftsprojekts überzeugt.

© Mannheimer Morgen, 31.05.2013

 

   
   
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