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Am 29. Juni 2009 machte sich die komplette Stufe 10 auf in das Konzentrationslager Natzweiler/Struthof. Mit 3 Bussen ging es morgens um 7 Uhr los, um den Ort, den man früher Struthof nannte, zu besuchen und einen Teil der deutschen Geschichte aufzuarbeiten. Dieses Arbeitslager der Nationalsozialisten befindet sich als einziges in Frankreich, 50 km südwestlich von Straßburg. Auf einem Gipfel der Vogesen, 800m über dem Meer, bot sich uns ein grotesker Anblick: Wir hatten tolles Wetter mitgebracht. Der Himmel war blau, die Sonne schien wie im Hochsommer. Um das Konzentrationslager herum war dunkler, grüner Wald. Mitten in diesem Paradies in den Vogesen befand sich ein Lager, in dem rund 22000 Menschen zwischen 1941 und 1945 den Tod fanden.

 

kzDieses Lager war wie die Hölle auf Erden. Die Deportierten schufteten tagelang bei schlechten Bedingungen und wenig Nahrung im Steinbruch oder im Kartoffelkeller, jegliche Fluchtversuche scheiterten. Wer erwischt wurde, wurde bestraft oder auf dem Galgenplatz vor Augen der anderen Gefangen erhängt. Für die Bestrafung war ein extra block vorgesehen. Wenn sie sich den Anweisungen der Nationalsozialisten verwehrten, wurden dort bis zu drei Personen in kleine Nischen gesteckt, in denen sie weder sitzen noch stehen noch liegen konnten. Zudem bekamen sie wenig bis gar kein Essen. Die meisten überlebten dies nicht. Für weniger schlimmes Vergehen wurden bis zu 18 Deportierte in 20m² großen, dunklen Räumen bei Brot und Wasser gesperrt. Außerdem befand sich in diesem Block noch eine Station, die sich mit medizinischen Versuchen an Gefangenen beschäftigte, um zum Beispiel einen Impfstoff gegen die eigens verwendeten Giftgase zu entwickeln.

 

Diese Grausamkeit spürte man vor allem, als man zu den Verbrennungsöfen und zum Galgen kam, der mitten auf dem Platz stand und von allen gut gesehen werden konnte. Von den einst 17 Blocks wurden ein paar wieder aufgebaut, in denen über das Leid der Insassen berichtet wurde. Einer dieser restaurierten Blocks wurde zu einem Museum umfunktioniert, das über Fakten und Daten des Konzentrationslagers und seinen 70 Nebenlagern, von denen sich eins in Mannheim Sandhofen befindet, berichtet. Über die 4,5 Hektar des Lagers hörte man niemanden lachen oder auch nur laut reden. Es herrschte eine angemessene Stille, die zum Überlegen anregte, was sich hier vor knapp 66 Jahren, zu den Blütezeiten des Konzentrationslagers, abspielte. Dieser Besuch hat bei vielen Bestürzung ausgelöst. An einem so wunderschönen Ort in Frankreich liegt ein Teil an so dunkler Geschichte Deutschlands. Es ist wichtig, dass wir uns nicht nur im Geschichtsunterricht mit dem Thema des Dritten Reiches beschäftigen. Auch wenn wir nicht die Schuld an den Verbrechen tragen, sind wir diejenigen, die mit dem Geschehenen leben müssen und aus der Vergangenheit lernen sollten.

 

Katharina Schmitt, Julia Werle

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